„Seid heilig, weil ich heilig bin!“ (1Petr 1,16) Gott bzw. das Göttliche kann vom Heiligen nur schwer getrennt werden. Es bezeichnet den ganz anderen. Charakteristisch verweist das Heilige auf das Transzendente und steht damit im Kontrast zum Profanen, dem weltlich Immanenten. Und doch ruft der Apostel Petrus die Gemeinden in der Diaspora auf, dem Heiligen zu entsprechen und in ihrem Lebenswandel selbst heilig zu werden. Die Trennlinie von Transzendenz und Immanenz, von Heiligem und Profanem wird dadurch je neu in Frage gestellt. Was bedeutet der Ruf nach dem Heiligen heute noch? Der moderne Drang nach Autonomie, Weltverfügbarkeit und Fortschritt ist für unsere Zeit wegweisend geworden und im Begriff der «Entzauberung» wurde gleichzeitig eine Vorstellung gesellschaftsfähig, die unsere Weltsicht nachhaltig prägt. Welche Konsequenzen hat das für die Religion, den Glauben und die Kirche? Im Rahmen der achten Studientage beschäftigen wir uns mit der Macht des Heiligen in einer entzauberten Welt, mit Fragen nach der Sozialgestalt der Communio sanctorum und mit Heiligen aus der gesamten christlichen Tradition.

An den Studientagen zur theologischen und gesellschaftlichen Erneuerung vom 24.-26. Januar 2022 werden Perspektiven zur Erneuerung von Theologie, Kirche und Gesellschaft präsentiert und diskutiert. Neben dem deutschen Soziologen Hans Joas, der versucht die «Entzauberung» zu entzaubern, sind bedeutende Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Akademie und Kultur aus dem In- und Ausland daran beteiligt.

Alle Infos zur Veranstaltung finden Sie auf der Webseite https://www.unifr.ch/glaubeundgesellschaft/de/studientage/2021/